Franziskus - Vita

Kaum ein Heiliger hat bis heute eine solche Anerkennung gefunden wie Franz von Assisi (1181/82-1226). Vielseitig und beliebt ist er: als Patron der Armen, Blinden, Lahmen, Strafgefangenen, Sozialarbeiter und Schiffbrüchigen; außerdem dient er als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Religionen. Auch die Italiener verehren Franziskus - als Nationalheiligen und Patron des Landes.

Papst Johannes Paul II. erklärte ihn im Jahr 1980 zudem zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie. Franziskus' Gedenktag - der 4. Oktober - wird weltweit außerdem als Tierschutztag begangen.

KINDHEIT UND JUGEND

Giovanni Battista Bernardone wurde 1181 oder 1182 als Sohn des wohlhabenden Kaufmanns Pietro in Assisi geboren. Sein Vater nannte ihn gewöhnlich nur Francesco (= kleiner Franzose). Denn Franziskus war ein lebensfroher Jüngling und ging grosszügig mit dem Reichtum seines Vaters um. Deshalb hatte er viele Freunde unter seinen Altersgenossen und er genoss es im Mittelpunkt zu stehen. Er strebte als Jugendlicher eine Karriere als Ritter an und zog als 20-jähriger in den Krieg zwischen Assisi und Perugia. Die Folge des Krieges war für ihn eine Gefangenschaft verbunden mit einer schweren Krankheit, in der auch die Wende in seinem Denken eintrat, da er erkannte, dass Geld und Wohlstand noch nicht die Erfüllung sein konnten und das Leben mehr als diese Dinge bieten musste. Immer mehr erkannte er, dass er an der Wirklichkeit Gottes vorbeigelebt hatte.

 

ABER BEGINNEN WIR AM ANFANG:

Franziskus wurde vermutlich Anfnag 1182 Assisi, einer italienischen Stadt im Gebiet des Spoletotales, geboren. Von seinem Vater wurde er schon früh ordentlich in das freudenreiche Leben eines angesehenen Kaufmannes eingeführt. Pietro Bernardone brachte dem Jungen alles bei, dafür erforderlich war. Bei der Kirche San Giorgio ging Franziskus einige Jahre zur Schule und lernte dort wohl auch - eher schlecht als recht - ein wenig Latein. Des Vaters Schule war dem Knaben sicher wesentlich wichtiger und ganz sicher sprach er wesentlich besser Französich denn Latein. Auch über zumindest einen Bruder namens Angelo wird in der Vita erzählt.

 

In der "Drei-Gefährten-Legende" wird recht schlicht und wahrheitsgetreu über Franziskus´Jugend berichtet:

"[...] Als er herangewachsen war und sein reger Geist erwacht war, übte Franziskus das Gewerbe des Vaters, das heisst das Kaufmannsgeschäft, aus, jedoch ganz anders, denn er war wesentlich freigiebiger und heiterer. Er tat sich mit Gleichgesinnten zusammen und durchzog, dem Spiel und Sang ergeben, Tag und Nacht die Stadt Assisi. Beim Ausgeben von Geld war er so überaus verschwenderisch, dass er alles, was er haben und verdienen konnte, für Gastmähler und andere Dinge verwendete. Deshalb wurde er von seinen Eltern oft getadelt, indem sie ihm sagten, er mache für sich und andere solche Ausgaben, dass es scheine, er sei nicht ihr Sohn, sondern der, eines großen Fürsten. Weil seine Eltern jedoch reich waren und ihn aufs Zärtlichste liebten, ließen sie ihn in seinem Treiben gewähren und wollten ihm nicht im Wege sein. [...] Doch er war nicht nur in diesen Dingen verschwenderisch, nein er überschritt auch bezüglich Kleidung vielfach das Maß, indem er teurere Gewänder herstellen ließ, als sich für ihn zu haben geziemte. Ja, in seiner Sucht aufzufallen war er sogar so eitel, dass er einmal am gleichen Kleid einen überaus teuren Stoff mit einem ganz wertlosen zusammen nähen ließ. [...]" (3 Gef 2)

 

Francesco ist also ein junger Mann, lebensfroh, lebendig und ein kleiner Angeber, aber auch großzügig, niocht böser, aber auch nicht frömmer als andere Jugendliche in dieser Zeit.Das Bürgertum war im Aufbruch und wollte mehr Ansehen und Einfluss in der Stadt erlangen. Denn die Herrschaftspflicht drückte nicht wenig.

So kam es im Jahr 1198 - Franziskus war damals etwa 16 Jahre alt - zu einem Aufstand der Bürger gegen den deutschen Kaiser und den Adel der Stadt. Die Adeligen flohen nach Perugia und so entbrannte ein Städtekrieg, in den auch Francesco 1202 - wie ein Ritter, also zu Pferd und in Rüstung - zieht. Das Schlachtenglück ist aber den Bürgern Assisi nicht hold und bei der Schlacht von Collestrada wird Franziskus gefangengenommen. Ein Jahr lang, bis zur Friedenscharta 1203, die auch eine Generalamnestie beinhaltet, muss er im Kerker Perugias ausharren: "[...] Eines Tages waren seine Mitgefangenen niedergeschlagen, doch er, von Natur heiter und vergnügt, zeigte sich nicht niedergeschlagen. Deshalb wurde er von einem Mitgefangenen zurecht gewiesen, er sei nicht bei Sinne, weil er sogar noch im Gefängnis fröhlich sei. Ihm antwortete Franziskus mit lebhafter Stimme: `Was glaubt ihr denn? Eines Tages wird mich die ganze Welt verehren.´ [...] Nach einem Jahr wurde unter den genannten Städten der Friede wieder hergestellt und Francesco kehrte mit seinen mitgefangenen Gefährten nach Assisi zurück." (3 Gef 4)

 

Noch einmal versucht Franziskus, als Ritter Ruhm und Ehre zu erlangen.Als Walter von Brienne 1205 im Auftrag von Papst Innozenz III. in Süditalien für Ordnung sorgen sollte, schließt der junge Mann sich diesem an. Im Feldlager hatte er aber ein Vision, die sein Leben vollständig verändern sollte: "[...] Da wurde er in der Nacht vom Herrn heimngesucht,der ihm eine Vision von Reichtum, Ruhm, Glanz und Ehre schenkte. [...] Nachts darauf hörte er im Halbschlaf jemand ich fragen, wohin er denn ziehen wolle. Daraufhin enthüllte Franziskus jenem sein ganzes Vorhaben. Jener aber fügte hinzu: `Wer kann die Besseres geben? Der Herr oder der Knecht?´ Als er aber erwidert hatte `Der Herr!´, sprach er zu ihm abermals: `Warum also verlässt due statt des Knechtes den Herrn und statt des Hörigen den Fürsten?´ Und Franziskus sagte: `Was willst du, Herr, das ich tun soll?´ `Kehre zurück in dein Land`, sprach jener, `und es wird dir gesagt werden, was du tun sollst; denn das Traumgesicht, das du gesehen hast, musst du anders verstehen!´ Als Franziskus aber erwachte, begann er überaus sorgfältig über das Traumgesicht nachzudenken. Und wie er beim ersten Traumgesicht in seiner Sehnsucht nach irdischem Glück vor lauter Freude außer sich geraten war, so blieb er bei diesem ganz in sich gesammelt, indem er über seine Bedeutung staunte und síe sehr sorgfältig überdachte, sodass er in jener Nacht nicht mehr schlafen konnte.Des Morgens kehrte er daher eilends voll Fröhlichkeit und übergroßer Freude nach Assisi zurück; er harte auf den Willen des Herrn, der ihm dies gezeigt hatte, in der Erwartung, er werde von ihm einen Rat für sein Heil erhalten." (3 Gef 5+6)

 

FORSETZUNG BEI VITA 2