Grabstelle OFS Wien

Die Grabstelle des OFS - Wien am Zentralfriedhof Simmering

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LAGEPLAN DER GRABSTELLE DES OFS -

Ziffer 38 = Gruppe 142a - Reihe 1- 5 / Nummer 1 - 12

Alles, was ist, wird nicht für immer bleiben. Alles, was lebt, wird irgendwann sterben. Wir wissen, dass unser Leben begrenzt ist, aber wir wissen nicht, was danach sein wird. Diese Ungewissheit macht den Tod unheimlich, deshalb fürchten wir uns zu sterben. Die Angst vor dem Tod ist verständlich und natürlich. Dennoch – oder gerade darum – ist es wichtig, sich dem Gedanken an das Sterben zu stellen. Denn erst die Endlichkeit macht das Leben einzigartig und kostbar. „Was keine Grenze hat, hat auch keine Gestalt“, hat Leonardo da Vinci gesagt. Erst das Sterben-Müssen macht uns aufmerksam für den Wert des Lebens. Wenn wir den Tod verdrängen, verliert das Leben seine Tiefe, wird beliebig und flach.

„Es ist vollbracht“ – dieses letzte Wort, das Jesus am Kreuz gesprochen hat, schließt alle Menschen ein, die wie er im Angesicht des Todes ihre Hoffnung auf Gott setzen. Gott hat seine Treue gezeigt und Jesus aus dem Tod auferweckt. Durch die Taufe werden alle Menschen hineingenommen in das Geheimnis von Tod und Auferstehung: Wer so mit Jesus Christus verbunden ist und mit ihm stirbt, wird auch mit ihm zum Leben auferweckt werden und für immer Heimat finden bei Gott.

Die Gemeinschaft der Glaubenden, zu der wir durch die Taufe gehören, wird durch den Tod nicht zerstört. Denn die Liebe Gottes, die stärker ist als der Tod, umschließt uns alle, uns Lebende ebenso wie die Verstorbenen aller Zeiten. Wir glauben deshalb ganz fest daran, dass wir unsere Verstorbenen wiederfinden werden, ‘im Himmel’, in der großen Gemeinschaft der Liebe Gottes.

Für die meisten Menschen ist es wichtig, dass die Erinnerung an Verstorbene auch einen Ort hat. Das Grab gibt Verstorbenen Identität, es gehört zu einem konkreten Menschen, der als Person greifbar wird und in der Erinnerung der Gemeinschaft bewahrt bleibt. Die katholische Kirche hält grundsätzlich an der namentlichen Bestattung fest, weil der Name für die Einzigartigkeit, die Würde und den unverlierbaren Wert der Person steht, die nach christlichem Verständnis Ebenbild Gottes ist.

 

Die damals noch "Dritter Orden des heiligen Franziskus der Schwestern und Brüder von der Buße" genannte spätere FG (Franziskanische Gemeinschaft), die seit 2014 den international gültigen und in den römischen Dokumenten anerkannten Namen "Ordo Franciscanus Saecularis" (OFS) trägt, hat vor nahezu einhundert Jahren am äußersten Rand des Wiener Zentralfriedhofes eine eigene Grabstelle für alle, die ihre Profess abgelegt und bis zum Tode eingehalten haben, angelegt. Durch regelmäßige oder einmalige Einzahlung können die Kosten für die dortige Bestattung - und somit auch das Recht darauf - schon zu Lebzeiten erbracht werden. Derzeit herrscht allerdings eine Annahmesperre, da alle Gräber belegt sind. Nur, wer schon ein volles Anrecht erworben hat, kann noch beigesetzt werden.

 

In den Jahren 2013 und 2014 wurde die Anlage umfassend saniert und die Statue des heiligen Franziskus - bisher nahezu ungeschützt Wind und Wetter ausgesetzt - renoviert und überdacht.

JEDES JAHR - am Sonntag nach dem 1.November (Allerheiligen) kommen die Geschwister bei der Grabstelle zusammen, um unter der Leitung des geistlichen Assistenten für die Verstorbenen zu beten und ihre Gräber segnen zu lassen.