Der OFS

Der 1221 gegründete Dritte Orden („Tertiaren“) bestand ursprünglich nur aus Laien, die sich dem Werk des heiligen Franziskus zugehörig fühlten und die franziskanischen Ideale innerhalb ihrer Lebenswelt umsetzten. In Deutschland ist der franziskanische Laienorden unter der Bezeichnung Franziskanische Gemeinschaft (FG) organisiert; seit 2012 nennt er sich Ordo Franciscanus Saecularis (OFS). Innerhalb des Dritten Ordens bildeten sich besonders im 19. Jahrhundert auch eine Vielzahl neuer Ordensgemeinschaften, die im so genannten Regulierten Dritten Orden zusammengefasst sind, darunter praktisch alle Gemeinschaften von Franziskanerinnen und Kapuzinerinnen sowie weitere männliche und weibliche Verbände wie die Amigonianer, Hartmannschwestern (Wien 5. Bezirk - eigenes Spital; Kirchberg am Wechsel - Klarahaus f. Exerzitien) Elisabethinen (Wien, 3.Bezirk; eigenes Spital und Stammhaus), Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz-FFSC, Franziskusbrüder oder Liebfrauenschwestern.

 

1447 wurden die Regulierten Tertiaren (TOR) zu einem einzigen Orden vereint und päpstlich bestätigt. In Wien haben die Regulierten Tertiaren seit 1936 eine Niederlassung und betreuen im 14. Bezirk die Pfarre St. Josef am Wolfersberg. 1981 wurde die Pfarre, welche seit der Gründung zur spanischen Ordensprovinz gehörte, der indischen Ordensprovinz übertragen.

Niederlassungen:

Das Provinzialat befindet sich in Bhagalpur/Bihar in Indien.

Werke und Pfarren:

• Pfarre St. Josef am Wolfersberg in Wien

• Pfarre Bad Pirawarth

 

Literatur:

• Heribert R. Roggen, Bedeutung und Wirken der franziskanischen Tertiaren, in: 800 Jahre Franz von Assisi. Franziskanische Kunst und Kultur des Mittelalters. Niederösterreichische Landesausstellung in Krems-Stein, Minoritenkirche, 15. Mai–17. Oktober 1982 (Katalog des Niederösterreichischen Landesmuseums N. F. 122, Wien 1982) 337–343.

WIE WERDE ICH MITGLIED IM DRITTEN ORDEN - OFS ?

Zunächst wende man sich an eine der örtlichen Niederlassungen (siehe "Gemeinden") und vereinbare mit dem Vorsteher und/oder dem Geistlichen Assistenten ein Gespräch. Dabei sollen die Personen einander ein wenig kennen lernen. Kandidaten erfahren etwas über Ziele und Ausrichtung des Ordens, die Form der Gemeinschaft und werden zu den jeweiligen Kapitelsonntagen eingeladen. Wenn sie diese regelmäßig besuchen und der franziskanische Weg ihnen gut und machbar erscheint, erfolgt nach schriftlichem Ansuchen die formelle Aufnahme in das Probejahr.

Die ist eine laut Regel wenigstens einjährige Zeit der Unterweisung, in welcher die Probanden in die Regeln und Konstitutionen des OFS, sowie in das Leben und die Ziele des heiligen Franziskus eingeführt werden. Dies erfolgt in Form eines NOVIZENUNTERRICHTES (verbindlich!), bei dem anwechselnd der geistliche Assitent für die spirituelle und der Vorsteher oder ein benannter Vertreter für die rationelle Begleitung zuständig sind. Die Kandidatur ist erste praktische Einführung in das gemein-schaftliche Leben und trägt den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen der KandidatInnen Rechnung. Während dieser Zeit können sie sich näher mit unserer Gemeinschaft befassen und erhalten Einblick in unser Leben und Wirken. Gerade in dieser Zeit haben die konkreten Fragen nach der persönlichen Berufung und Eignung besondere Bedeutung und können intensiv bedacht und zu einer ersten Klärung geführt werden.

 

Ist dieser Weg abgeschlossen und sind beide Seiten NACH EINGEHENDER PRÜFUNG zu dem Schluss gekommen, dass dieser Weg für die Novizen passt, erfolgt im Beisein aller Geschwister die Ablegung eines zeitlich oder lebenslang bindenden Versprechens an die Gemeinschaft mit folgenden Schwerpunkten:

 

  • wie Franziskus im Vertrauen auf den Vater unter Führung des Heiligen Geistes den Fußspuren Jesu Christi nachzufolgen durch ein Leben nach dem Evangelium
  • als Antwort auf die Liebe Gottes, als Geschwister aller Geschöpfe, anspruchslos und dienstbereit, dankbar und froh,
  • dem Frieden verpflichtet in jeder Beziehung,
  • missionarisch durch das einfache Leben mit anderen, den Armen und Schwachen besonders verbunden,
  • mitverantwortlich für den Aufbau der Kirche durch ständige Erneuerung,
  • kontemplativ im Alltag unter Einhaltung der Tages-Gebetszeiten nach Maßgaba der Möglichkeiten,
  • in den Geschöpfen und in den Ereignissen Gottes Geschichte mit den Menschen erblickend,
  • regelmäßig un dso oft wie möglich an ALLEN TREFFEN UND VERANSTALTUNGEN der Gemneinschaft - dazu zählen im Besonderen die KAPITELTREFFEN, GEMNEINDEABENDE, WALFAHRTEN und EXERZITIEN - teilzunehmen.

 

Die Mitgliedschaft in anderen kirchlichen Gemeinschaften oder Organisationen kanonischen Rechts ist DEZITIERT ausgeschlossen. Es kann ja beispielsweise ein Dominikaner auch nicht gleichzeitig Jesuit sein!

In den kanonisch errichteten örtlichen Gemeinden treffen einander die Mitglieder des OFS allmonatlich zu wenigstens einem KAPITELSONNTAG und einer Versammlung mit Gebet und Schriftlesung.

HISTORISCH UND KIRCHLICH BEDEUTSAME MITGLIEDER DES DRITTEN ORDENS

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